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Keine Standards...
...die kann man in Büchern und auf vielen anderen IW-Sites nachlesen. An dieser Stelle möchte ich die deutsche Übersetzung eines Artikels der Journalistin Armande Raymond veröffentlichen, der in der schweizer Zeitschrift "Le chien" im August 2008 erschien. Ich danke Barbara Leber für die deutsche Übersetzung.
"Der
Irish Wolfhound, eine schützenswerte Rasse
Begegnung
mit Remy Erath
Begründer
des Schweizer Irish Wolfhound Clubs im Jahre 1986, dessen
Präsidentschaft er während vieler Jahre inne hatte, ist
Remy Erath heute Ehrenmitglied und Vorsitzender der Zuchtkommission,
gleichzeitig Mitglied der Richterkommission.
 Remy Erath mit IW Marie (11 Jahre)
Dieser
Züchter von Ruf, anerkannt nicht nur bei Züchtern in
Irland, sondern in der ganzen Welt, großer Kenner dieser Rasse,
die mit zu den ältesten Rassen gehört, spricht eine Warnung
aus in Anbetracht der Gefahren, die heutzutage deren Gesundheit
bedrohen und folglich auch die Lebenserwartung und den Fortbestand
dieser Riesen mit dem rauhen Fell.
Die
durchschnittliche Lebenserwartung dieses großen Hundes beträgt
heute 8 Jahre - manche Zuchtlinien überschreiten nicht das Alter
von 5 Jahren - noch vor 15 Jahren war es allerdings keine Seltenheit,
daß Irish Wolfhounds bis zum Alter von 11, sogar 13 oder 14
Jahren lebten. Leider hat im Laufe der Jahre eine beträchtliche
Anzahl skrupelloser oder ignoranter Züchter diese Rasse durch
schlechte Selektion geschwächt. Das Resultat ist, daß
weltweit die meisten Zuchtlinien Träger von Krankheiten und
Gendefekten sind, ob deklariert oder nicht, und somit die Gesundheit
und Widerstandskraft eines jeden einzelnen Hundes bedrohen.
(Lesen
sie zu diesem Thema die Dissertation von Silvan Urfer zur Erlangung
der Doktorwürde der Veterinärmedizinischen Fakultät
Bern, 2007 "Lifespan and causes of death in the Irish Wolfhound:
medical, genetical and ethical aspects" Dr. med. vet. Urfer ist
Vizepräsident des IWCS und Mitglied der Zuchtkommission.)
Über
diese Problematik hinaus, die sich damit den seltenen seriösen
Züchtern, die es in der Welt gibt stellt, welche versuchen
zusammzuarbeiten, um Zuchthunde aus gesunden Linien auszuwählen
und so Hundegenerationen mit mentaler und physischer Gesundheit zu
garantieren, lastet doch das fehlerhafte genetische Erbe immer
schwerer auf der Zukunft dieses Windhundes, einst gezüchtet um
Großwild zu jagen, bekannt für seine Robustheit, seinen
Mut, seine Schnelligkeit, seine Treue.
Unermüdlich
wiederholt Remy Erath:
"
Vergessen wir niemals, daß der Wert einer Zucht bestimmt wird
durch die Geschwister, die Eltern, die Großeltern und so fort,
und die der Nachkommen.
Wenn
der Züchter das Wesentliche für die Rasse bei seiner Arbeit
im Auge behält, für die Zukunft seiner Zucht und der Liebe
zur Rasse, so muß er ein möglichst genaues Bild der
genetischen Konstitution seiner Zuchthunde haben in Hinblick auf den
Rassestandard, aber auch das Bild der früheren Genrationen vor
Augen haben."
Lebendiges
Kulturgut
Als
Maskottchen der irischen Garde ist der irish Wolfhound ein
hervorragendes nationales Symbol für Irland. Zwischen dem 5. und
1. Jahrhundert vor Christus ließen sich die Gallier im Land
nieder, in ihrer Begleitung waren ihre großen Windhunde, die
"Mil-Cu" genannt wurden und zur Jagd ebenso wie im Krieg
eingesetzt wurden.
Dieses
herrliche Tier, der Stolz eines jeden Clanführers, unterschied
sich kaum von den heutigen Irish Wolfhounds.
Im
Laufe der Jahrhunderte begleitete er die Clanchefs, die Könige
und Adeligen.
Im
18. Jahrhundert erlebte dieser Rasse eine Rennaissance nachdem sie
fast aus verschiedenen Gründen ausgestorben war, wie das
Verschwinden des Großwildes, die Verarmung des Landes, der
Untergang des Adels und die Kriege die die Engländer gegen die
Iren führten.
"Zwischen
1830 und 1835 beschrieb H.D. Richardson, irischer Schriftsteller und
Journalist, wie auch Züchter, insbesondere Autor des Buches
“Hunde: ihre Herkunft und Vielfalt", den Ursprung des Irish
Wolfhound und gab diesem freundlichen Riesen mit viel Liebe und
Leidenschaft seine Würde wieder. Er hinterließ auf diese
Art ein wertvolles Kulturgut, welches im folgenden durch Züchter
hervorgehoben wurde, die es wert waren diese Bezeichnung zu tragen
(wie z.B. M. Baker of Ballytobin, Sir John Power of Kilfane oder M.
Mahoney of Dromore), deren einzige Sorge es war, diese alten Rasse in
guter Gesundheit für die zukünftigen Generationen zu
bewahren und zu erhalten.
Aus
diesen Quellen der Erfahrung und der Unterstützung konnte der
schottische Hauptmann G.A. Graham, Freund von Sir John Power,
schöpfen, als er mit seinem ersten Irish Wolfhound "Faust",
dessen Züchter der Reverend W. Lane Fox war, seinen eigenen
Hundebestand begründete.
Dank
seinem Talent zu züchten ist es ihm in einigen Jahrzehnten
gelungen, der Rasse das ihr eigene Wunderbare zurückzugeben.
Während
meiner zahlreichen Studienreisen nach Irland hatte ich das Glück
die Bekanntschaft mit rennomierten Züchtern zu machen, wie z.B.
Sheelagh Seale (Zwinger Ballykelly), Noreen Twyman (Zwinger Nendrum),
Tony Killykee-Doyle (Zwinger Killykeen), E.C. Murphy (Zwinger
Carrokeel und Autor des Buches "The Irish Wolfhound - showing
and breeding" - die Bibel für Züchter), John und
Kathleen Kelly (Zwinger Nutstown), Jim Behan (Kennel Bearnabui) Alles
diese Züchter sind internationale Richter, die in der ganzen
Welt eingeladen werden, um die Rasse zu fördern.
Sie
besitzen das Wissen, die Erfahrung und vor allem die Weisheit und sie
lieben zutiefst diese Rasse, die sie züchten. Sie haben mir ohne
Vorbehalt geholfen.
Heute
sind die Dinge allerdings auf dem Kontinent anders geworden. Der Reiz
des Geldes, der Neid und die Boshaftigkeit unter manchen Züchtern,
das mangelnde Wissen vieler Züchter, die mangelnde Transparenz
ihres Tuns, der Mangel an Aufrichtigkeit und an ethischem Handeln
sind eine echte Bedrohung für den Irish Wolfhound geworden und
ich fürchte, es wird ein progressiver Rückgang dieser Rasse
geben aufgrund fehlender gesunder, robuster Erbträger, die frei
sind von genetischen Mängeln und Krankheiten."
Wir
müssen das Schweigen brechen
Remy
Erath sendet ein sehr klares Alarmzeichen. "Um diese gefährliche
Entwicklung zu stoppen müßten in jedem Land, die
Hundeverbände ebenso wie die Züchter sich geschlossen und
sehr schnell aktiv werden, nicht nur um eine Lösung zu finden,
insbesondere mithilfe der wissenschaftlichen Erkentnisse, die im
genetischen Bereich bereits angehäuft wurden, sondern besonders
um das Schweigen zu brechen mit der Erkenntnis, daß wir unsere
Rasse schwächen aus Feigheit, Imkompetenz und Mangel an
Aufrichtigkeit.
Man
müßte auch ein wenig die Demut und die Bescheidenheit
wiederfinden, um den alten Züchtern zuzuhören und ihr
Wissen und ihre Erfahrung anzunehmen.
Und
schließlich muß man ganz einfach wieder lernen den Hund
zu lieben für das was er ist, unsere Vergangenheit, Gegenwart
und Zukunft."


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